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Parodontitis

Was ist Parodontitis?

Die Parodontitis ist zum großen Teil ein vererbtes Reaktionsmuster Ihres Körpers auf die Anwesenheit von Bakterien auf der Zahnwurzeloberfläche, auf dem Zahnfleisch und im Zahnfleischsaum. Es sammeln sich Bakterien auf den Oberflächen der Zahnwurzeln an und bilden einen ständig vorhandenen Biofilm.

 

Der Körper reagiert auf die Anwesenheit der Bakteriengifte zunächst mit einer (zunächst eher kleinen) Entzündung und leichten Ablösung des Zahnfleisches vom Zahn. Es entsteht eine sogenannte Zahnfleischtasche. Sie kommen zur Reinigung nur schwer in diese Zahnfleischtasche, für die kleinen Bakterien ist das leicht. Durch die Entzündung vertieften sich die Taschen zwischen Zahn und Zahnfleisch so sehr, dass die Bakterien darin dann gar nicht mehr weggeputzt werden können.

 

Die Bakterien vermehren sich in dieser Tasche und die Tasche wird tiefer. Der Prozess verstärkt sich selbst und erreicht den Knochen. Die Entzündung von Knochen und Zahnfleisch wird chronisch, sie dauert Monate und Jahre und Sie spüren Sie eher nicht.

 

Auswirkung ist zunächst der im Röntgenbild feststellbare Knochenverlust und schwindendes Zahnfleisch.
Eventuell sichtbar in Ihrem Mund sind der Rückgang von Zahnfleisch oder auch bereits die Lockerung von Zähnen, vielleicht auch Zahnfleischbluten oder sogar schon verlorene Zähne oder auch Mundgeruch.
Die Entzündungsreaktion reicht dann tiefer, der Knochen baut sich weiter ab, die Taschen werden noch tiefer und sind noch schlechter zu reinigen.

 

Am Ende dieser Entwicklung steht, das nach fortgesetztem Abbau der nun unzureichende Knochen einzelne Zähne nicht mehr halten kann, dass die Zähne dann ihren Halt im Knochen verlieren, locker werden und entfernt werden müssen.

 

Was bedeutet das für Sie?

Die Parodontitis ist eine lebenslange Erkrankung. Ca. 80 % der Erwachsenen leiden daran.

 

Eine vererbbare Veranlagung bestimmt die Heftigkeit der Reaktion auf die Bakterien. Der eine reagiert eher mit blutendem Zahnfleisch und weniger schnell mit Knochenabbau, der andere hat kaum Zahnfleischbluten aber rapiden Knochenabbau, ein dritter reagiert vielleicht kaum oder nur an wenigen Zähnen.

 

Parodontitis und die damit verbundenen Bakterien erhöhen das Risiko für Herzinfarkt, Fehlgeburten und Gehirnschlag erheblich.

 

Was können wir tun?

Ohne die verursachenden Bakterien gibt es keine neuen Folgen der Parodontitis, vorhandene Parodontitis wird eingedämmt und gestoppt.

Schaffen wir es also, die Bakterien fernzuhalten, verschwindet die Entzündung und der Knochenabbau ist gestoppt.

Die Therapie ist also: wir entfernen die Bakterien, Sie sorgen dafür, dass diese nicht wiederkommen und wir wiederum kontrollieren das regelmäßig.

 

Wie geht das im Einzelnen vor sich?

> Anfangs die Prophylaxe:

Unsere Mundhygienikerin zeigt Ihnen in einer Mundhygieneunterweisung, wie Sie zuhause mit den verschiedenen Zahnputzhilfsmitteln die Bakterien fernhalten. Das ist nämlich durchaus nicht so einfach und von Fall zu Fall verschieden.

Sie reinigt in der sogenannten „professionellen Zahnreinigung" auf angenehme Weise mit mehreren verschiedenen Methoden all die schwer zugänglichen Stellen in Ihrem Mund, von denen die weitere Bakterienbesiedelung ausgegangen ist. In schweren Fällen werden mit einem Gensondentest die aggressivsten Keime identifiziert, um sie dann mit Antibiotika gezielt bekämpfen zu können.

 

> Dann die Zahnfleischbehandlung:

In mehreren, systematisch aufeinander folgenden Zahnreinigungen werden die Zahnwurzeloberflächen gereinigt, das Zahnfleisch heilt, die Taschen werden weniger tief, das Zahnfleisch blutet nicht mehr, es wird wieder rosa und weniger dick. Nach einer kleinen Betäubungsspritze gehen wir mit sehr feinen Instrumenten auf die Zahnwurzeloberfläche und reinigen diese schonend sauber. Das tut weder während noch nach der Behandlung weh.

 

Ein paar Wochen später vergleichen wir den Zustand nach der Behandlung mit dem Zustand vorher.

Unser Ziel ist, dass dann keine Zahnfleischtasche mehr tiefer ist als 3mm. Ist dieses Ziel noch nicht erreicht, empfehlen sich weitere Maßnahmen, die ich dann im Einzelfall mit Ihnen besprechen werde.

In einem zweiten Schritt kann zurückgezogenes Zahnfleisch verlängert werden, um freiliegende Zahnhälse wieder abzudecken, verlorengegangener Knochen kann auch wieder aufgebaut werden.

 

> Und schließlich das Recall:

Die Parodontitis ist also eine lebenslange Erkrankung. Nachdem die Bakterien beseitigt wurden und sich die Zahnfleischtaschen auf ein gesundes Maß reduziert haben, muss nun der Erfolg der Behandlung in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden. Bleiben die Bakterien weg? Werden die Zahnfleischtaschen nicht wieder tiefer?

 

Der Abstand der Kontrollen richtet sich nach der Schwere Ihrer Krankheit, von 6 Wochen bis zu 6 Monaten.

Und wir brauchen nach der Zahnfleischbehandlung weiter Ihre Mitarbeit in Form gewissenhafter Mundhygiene, wir brauchen die gewissenhafte Nachkontrolle und die regelmäßige professionelle Zahnreinigung der schwer zugänglichen Stellen. Sonst verblasst der Erfolg der Zahnfleischbehandlung und weiterer Knochenabbau und folgender Rückgang von Zahnfleisch ist dann zu erwarten.